Weiterer Rückschlag für Eierstockkrebsvorsorge

Essen, 12. September 2012

Vor gut einem halben Jahr bewertete der IGeL-Monitor den Ultraschall zur Früherkennung von Eierstockkrebs als „negativ“. Jetzt kommt ein US-Gremium zu demselben Schluss.

Eines der weltweit bedeutendsten Gremien zur Bewertung von Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen, die U.S. Preventive Services Task Force, hat jetzt ihre Empfehlung zur Früherkennung von Eierstockkrebs an die aktuelle Studienlage angepasst. Bereits in einer früheren Analyse aus dem Jahr 2004 war das Gremium zu dem Schluss gekommen, dass selbst die beiden aussichtsreichsten und oft angewandten Verfahren, der transvaginale Ultraschall und die Bestimmung des Tumormarkers CA-125, für eine Routine-Früherkennung von Eierstockkrebs nicht zu empfehlen sind, zumindest nicht für Frauen ohne besonderes Risiko und ohne Symptome. Damals standen der U.S. Task Force allerdings noch keine abgeschlossenen Studien zur Auswertung zur Verfügung. Sie zog ihre Schlussfolgerungen deshalb aus indirekten und vorläufigen Daten.

Diese Situation hat sich inzwischen geändert. Drei große neue Studien bieten jetzt eine belastbare Datengrundlage. In einer Veröffentlichung vom 11. September rät die U.S. Task Force erneut von einer Früherkennung mit Ultraschall und Tumormarker ab. Auch wenn sich der Wortlauf der neuen von dem der alten Empfehlung nicht unterscheidet, schlägt sich die wesentlich bessere Datengrundlage in der Beurteilung des Nutzens nieder: Während es in der Stellungnahme von 2004 hieß, es gebe keine Belege dafür, dass die Früherkennung Frauen vor dem Tod durch Eierstockkrebs bewahrt, heißt es jetzt, es gebe ausreichende Belege dafür, dass die Früherkennung die Frauen nicht vor dem Tod durch Eierstockkrebs bewahrt. Mit anderen Worte: Während man vorher nicht wusste, ob es nützt, weiß man jetzt, dass es nicht nützt. Diesem Beleg für einen fehlenden Nutzen stehen ausreichende Belege für mögliche Schäden gegenüber: durch unnötig entnommene Eierstöcke mit gelegentlichen Komplikationen sowie unnötige Verunsicherung vieler Frauen durch Fehlalarme.

Die Einschätzung der U.S. Task Force deckt sich vollständig mit der Bewertung des IGeL-Monitors vom 16. Januar 2012.


Pressekontakt:
IGeL-Monitor
Dr. Christian Weymayr
Tel.: 01577 6811061
presse@igel-monitor.de

Quelle:
http://www.uspreventiveservicestaskforce.org/uspstf/uspsovar.htm

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