Versicherte

Welche Rolle spielen Versicherte im IGeL-Markt?

Versicherte sind die Zielgruppe, an die sich die IGeL-Angebote richten. Eine IGeL hat im Markt nur dann eine Chance, wenn ausreichend viele Versicherte bereit sind, die Kosten selbst zu tragen, oder wenn Krankenkassen die Kosten freiwillig übernehmen. Meist muss der Wunsch nach einer IGeL erst geweckt werden, sei es durch Medien, Werbung, Bekannte, Familie oder in der Praxis durch die Mitarbeiter oder den Arzt. Hersteller und Kommunikationsagenturen betonen gerne, ein Arzt könne neue Patienten gewinnen, wenn er attraktive IGeL anbiete. Tatsächlich scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein, wie das wissenschaftliche Institut der AOK (WidO) in einer Befragung von 2600 Versicherten im Jahr 2010 herausgefunden hat: Befragte, die finden, dass das IGeL-Angebot ihr Verhältnis zu ihrem Arzt beeinflusst, geben zu etwa 80 Prozent an, dass sich das Verhältnis verschlechtert.

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Welche Interessen verfolgen Versicherte?

Versicherte wollen gesund bleiben oder gesund werden. Dafür sind die meisten bereit, zusätzlich zu den Krankenkassenbeiträgen weitere Kosten selbst zu tragen. Wofür sie weitere Kosten übernehmen, entscheiden sie vermutlich nach ähnlichen Kriterien, wie sie auch für die Kassenleistungen gelten, die laut Gesetz ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein müssen. Dass Patienten dennoch so viele IGeL akzeptieren, mag daran liegen, dass sie als Laien keinen Zugang zu Fachliteratur haben, in der diskutiert wird, ob eine Leistung tatsächlich nützlich, notwendig und wirtschaftlich ist. Versicherte müssen sich weitgehend auf ihren Arzt verlassen. Selbst wenn sie skeptisch sind, werden die wenigsten der Autorität ihres Arztes widersprechen. Vielleicht auch aus Angst, es sich mit ihm zu verscherzen.

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Wie sollten sich Versicherte verhalten, wenn ihnen IGeL angeboten werden?

Grundsätzlich sollten sich Versicherte vom Arzt ausreichend informieren lassen, bevor sie einer IGeL zustimmen: Sie sollten fragen, warum der Arzt die IGeL für notwendig und eine entsprechende Kassenleistung für nicht ausreichend hält, welche Vor- und Nachteile die IGeL hat und wie gut diese nachgewiesen sind, und schließlich, wie viel die IGeL kostet. Versicherte sollten außerdem bedenken, dass IGeL – von ganz wenigen Spezialfällen wie einer Impfung vor einer bevorstehenden Auslandsreise abgesehen – nicht dringend sind, also normalerweise keine Notwendigkeit besteht, eine IGeL sofort in Anspruch zu nehmen.

Bevor der Arzt die IGeL ausführt, muss der Versicherte einen schriftlichen Vertrag unterschreiben. Dies dient dem Schutz aller Beteiligten, auch dem Schutz des Arztes, denn ohne Vertrag ist der Versicherte nicht verpflichtet, die IGeL anschließend zu bezahlen. Es gibt darüber hinaus jedoch keinen Grund und erst recht keine Notwendigkeit, dass Versicherte weitere Erklärungen unterschreiben, beispielsweise darüber, ob sie grundsätzlich über IGeL informiert werden wollen oder nicht.

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Wie können sich Versicherte über IGeL informieren?

Jede Information kann hilfreich sein. Wichtig ist vor allem, dass sich der Versicherte nicht nur auf die Aussagen des Arztes verlässt, sondern weitere Informationen heranzieht. Auf welche Informationen er sich auch stützt, er sollte immer bedenken, dass es keine wirklich unabhängigen Informationen gibt.

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Wie unabhängig ist der IGeL-Monitor?

Wir vom Redaktionsteam des IGeL-Monitors bemühen uns, Sie über die von uns geprüften IGeL wissenschaftlich fundiert und neutral zu informieren. Damit Sie die Bewertungen der einzelnen IGeL nachvollziehen können, beschreiben wir detailliert unsere Vorgehensweise sowie die einzelnen Schritte, die zur Bewertung jeder IGeL führen. In der medizinisch-fachlichen Bewertung der einzelnen IGeL ist das Redaktionsteam unabhängig. Es besteht aber dennoch im weitesten Sinne ein Interessenkonflikt, da das Redaktionsteam beim Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) angestellt ist, der von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert wird.

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