Entfernung von Tätowierungen

Tätowierungen aus kosmetischen Gründen zu entfernen, darf von Krankenkassen nicht bezahlt werden. 

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IGeL-Steckbrief
Arztgruppe Haut- und Geschlechtskrankheiten
Bereich Haut
Anlass

Unzufriedenheit mit dem Erscheinungsbild

Verfahren

Operation, chemisches und thermisches Peeling, Behandlung mit Laser

Kosten

Je nach Tätowierung zwischen 25 und 3500 Euro

GKV-Leistung

Entfernung einer Tätowierung, wenn medizinisch geboten, dann aber unter Kostenbeteiligung des Versicherten

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Wenn Tätowierungen nicht mehr als schmückend, sondern als störend empfunden werden, können mehr oder weniger schmerzhafte, kostspielige und unbefriedigende Verfahren helfen, die Tätowierung wieder zu entfernen. Als bloßer Schmuck ist das Aufbringen einer Tätowierung ebenso wenig eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen wie das Entfernen derselben. Wenn medizinische Gründe für ein Entfernen sprechen, etwa bei einer allergischen Reaktion gegen die Farbpigmente, sieht das Gesetz eine Beteiligung des Versicherten an den Kosten vor. Ein Entfernen einer Tätowierung kann zwischen 25 und 3500 Euro kosten.

Erstellt am: 16.01.2012
Letzte Aktualisierung:

Bild: mkrberlin/Fotolia

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Je nach Tätowierung zwischen 25 und 3500 Euro

GKV-Leistung

Entfernung einer Tätowierung, wenn medizinisch geboten, dann aber unter Kostenbeteiligung des Versicherten

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IGeL

Als trendiger Körperschmuck sind Tätowierungen, auch Tattoos genannt, eine Modeerscheinung, die derzeit abzuebben scheint. So wird in den Hautarztpraxen ein Trend zum Entfernen von Tätowierungen registriert. Soll eine Tätowierung entfernt werden, weil sie als störend oder nicht mehr angemessen empfunden wird, ist dies immer eine IGeL. Wenn sie aus medizinischen Gründen notwendig wird, etwa bei einer allergischen Reaktion gegen die verwendeten Farbpigmente, ist das Entfernen zwar im Prinzip eine Pflichtleistung der Kassen, aber laut § 52 SGB V müssen die Kassen Versicherte an den Kosten beteiligen. Je nachdem, wie tief die Pigmente in der Haut sitzen, welche Farben verwendet wurden und wie groß die Tätowierung ist, kann die Behandlung zwischen 25 und 3500 Euro kosten – meist mehr als das Tätowieren selbst.

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Gesundheitsproblem

Meist dienen Tätowierungen – wie bereits seit Jahrtausenden – als dauerhafter Körperschmuck. Auch das Entfernen einer Tätowierung ist meist nicht medizinisch geboten. Die häufigsten Gründe, warum der Körperschmuck nicht mehr als schmückend, sondern als störend empfunden wird, sind: weil man es einfach nicht mehr schön findet, weil der Anlass für die Tätowierung nicht mehr gilt oder weil die Tätowierung im Beruf unpassend ist.

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Methode

Will man sich nicht damit begnügen, eine Tätowierung zu überschminken, sondern strebt man eine dauerhafte Entfernung an, kommen mehrere Methoden in Betracht: Als einzige Methode, eine Tätowierung vollständig zu entfernen, gilt das Ausschneiden (Exzision) der gefärbten Haut bis in tiefe Schichten. Dafür eignen sich vor allem einzeln stehende, kleine Motive wie Schlangen, Herzen oder Buchstaben. Ist das Hautareal ausgeschnitten, werden die Ränder vernäht, was mehr oder weniger große Narben zurücklässt. Ist das ausgeschnittene Hautareal zu groß, können Hautlappen aus anderen Körperregionen entnommen und auf die Wunde transplantiert werden.
Eine weitere gebräuchliche Methode ist das chemische Peeling, für das bereits in der Antike Insektengifte, Salz oder Säuren verwendet wurden. Das Prinzip des chemischen Peelings besteht darin, durch das Eintragen der Substanzen in die Haut („Overtattooing“) eine lokale Entzündung hervorzurufen, in deren Verlauf die Farbpigmente vom Immunsystem abgetragen werden.
Zu den einfachsten Methoden zählen Verfahren, bei denen die tätowierten Hautstellen mit Hilfe eines Elektrokauters oder eines Infrarotgeräts zerstört werden. Die verödeten Gewebeteile lassen sich dann abwischen. Diese Methoden sind jedoch kaum noch in Gebrauch, weil sie mehr Narben als die anderen Verfahren verursachen.

Seit den 60er Jahren kommen zur Tattoo-Entfernung verschiedene Laser zum Einsatz. Wellenlängen, Pulsdauern und Energiegehalt müssen an die jeweiligen Farbpigmente, Größe und Tiefe des Tattoos angepasst werden. Meist sind mehrmalige Behandlungen nötig – manchmal bis zu 20 Sitzungen jeweils im Abstand von mehreren Wochen –, um schrittweise eine Aufhellung zu erreichen. Welche Qualitätsstandards ein Arzt im Umgang mit dem Laser einhalten sollte, regelt beispielsweise die Leitlinie „Empfehlungen zur Behandlung mit Laser und hochenergetischen Blitzlampen (HBL) in der Dermatologie.“
Jede Methode hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Deshalb sollten sich Arzt und Patient in jedem Einzelfall erst nach gründlicher Aufklärung für die optimale Methode entscheiden.

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Empfehlungen anderer

Es wurde keine passende Leitlinie einer deutschen Fachgesellschaft gefunden.

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Bewertung

Fazit

Wir beschreiben diese IGeL zwar, ermitteln Nutzen und Schaden der verschiedenen Leistungen zur Entfernung von Tätowierungen aber nicht. Das Entfernen von Tätowierungen ist als medizinisch nicht notwendige Maßnahme aus dem Pflichtkatalog der gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen – unabhängig davon, wie sinnvoll und hilfreich diese Maßnahmen unter Umständen sein können.

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Erstellt am: 16.01.2012
Letzte Aktualisierung:

Bild: mkrberlin/Fotolia

Merkblatt für das Praxisgespräch

Entfernung von Tätowierungen

Erstellt am: 16.01.2012
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Bild: mkrberlin/Fotolia

positiv: Unserer Ansicht nach wiegt der Nutzen der IGeL deutlich schwerer als ihr Schaden

tendenziell positiv: Unserer Ansicht nach wiegt der Nutzen der IGeL geringfügig schwerer als ihr Schaden

unklar: Unserer Ansicht nach sind Nutzen und Schaden der IGeL ausgewogen, oder wir finden keine ausreichenden Daten, um Nutzen und Schaden zu beurteilen

tendenziell negativ: Unserer Ansicht nach wiegt der Schaden der IGeL geringfügig schwerer als ihr Nutzen

negativ: Unserer Ansicht nach wiegt der Schaden der IGeL deutlich schwerer als ihr Nutzen

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