Kurz & bündig

Was sind IGeL?

Individuelle Gesundheitsleistungen, kurz IGeL, kann man verschieden definieren: Im normalen Sprachgebrauch ist es üblich, IGeL als „Selbstzahlerleistungen“ zu bezeichnen, und damit alle Leistungen zu meinen, die man in der Praxis selbst bezahlen muss. Diese Definition ergibt jedoch kein einheitliches Bild, weil verschiedene Kassen unterschiedlich viele Leistungen übernehmen. Es ist deshalb eindeutiger, unter IGeL alle Leistungen zu verstehen, die nicht zum festgeschriebenen Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören, die eine Kasse also nicht zahlen muss. Im IGeL-Monitor wird deshalb auch diese Definition verwendet.

IGeL sind demnach Leistungen,

  • die per Gesetz nicht zu den Aufgaben der GKV gehören, wie Atteste und Reiseimpfungen,
  • die nicht zeigen konnten, dass sie „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind und das Maß des Notwendigen nicht überschreiten“, wie es das Gesetz fordert,
  • oder die noch nicht geprüft wurden (siehe unten „Wer entscheidet, welche Leistung eine IGeL ist?“).

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Wie sinnvoll sind IGeL?

Eine medizinische Leistung ist dann sinnvoll, wenn sie notwendig ist und der Nutzen den Schaden überwiegt. Diese Definition erscheint einfach. Will man sie aber praktisch anwenden, steht man vor Problemen: So ist es gerade bei IGeL besonders schwierig, die Größe von Nutzen und Schaden zu ermitteln. Auch ist die Frage, ob der Nutzen den Schaden überwiegt, letztlich eine Wertentscheidung. Um Sie bei der Entscheidung zu unterstützen, treffen wir als Team des IGeL-Monitors auch eine Abwägung, indem wir die IGeL mit einer von fünf möglichen Abstufungen bewerten. Ihre persönliche Abwägung kann davon aber auch abweichen.

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Wie viele IGeL gibt es?

Aus Anfragen von Nutzern des IGeL-Monitors sowie aus der unserer Befragung „IGeL-Report 2018“ schätzen wir die Zahl der IGeL auf mehrere hundert.

Wie viele es genau sind, lässt sich nicht sagen. Das hat mehrere Gründe: 

  • „IGeL“ kann man verschieden definieren (siehe oben "Was sind IGeL?"). 
  • Einzelne IGeL lassen sich beliebig fein unterteilen: So können beispielsweise mehrere Blutuntersuchungen als ein IGeL-Paket oder auch einzeln angeboten werden. 
  • Beim Anbieten von Leistungen sind dem Arzt praktisch keine Grenzen gesetzt, da er auch Verfahren praktizieren darf, deren Wirkung nicht nachgewiesen ist. Gerade die Alternativmedizin eignet sich dazu, beinahe jede beliebige Handlung als Heilverfahren zu bezeichnen. 
  • Der IGeL-Markt ist nicht konstant. Ständig kommen neue Angebote hinzu und andere geraten in Vergessenheit.

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Wer entscheidet, welche Leistung eine IGeL ist?

Der Gemeinsame Bundesausschuss, kurz G-BA, ist das zentrale Entscheidungsgremium des Gesundheitswesens: Er legt im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen fest, welche medizinischen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen müssen. Leistungen, die der G-BA als Kassenleistung ablehnt oder über die er noch keine Entscheidung getroffen hat, werden oft als IGeL angeboten.

Sind Leistungen einmal vom G-BA abgelehnt worden, dürfen gesetzliche Krankenkassen sie nicht mehr freiwillig bezahlen.

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Wo begegnet man IGeL?

Auf IGeL kann man bei vielen Gelegenheiten stoßen: Besonders häufig kommt man mit IGeL in Arztpraxen in Kontakt – wenn man den Internetauftritt einer Praxis besucht, wenn man mit den medizinischen Fachangestellten spricht, wenn man sich Prospekte, Aufsteller und Wartezimmer-Fernsehen ansieht, und wenn man persönlich mit der Ärztin oder dem Arzt spricht. Unterstützung beim Vermarkten der IGeL geben Werbeagenturen, Herstellern, Ärzteverbänden und Verlagen.

Außerdem kann es sein, dass Bekannte von IGeL erzählen, Medien darüber berichten, die Magazine der Krankenkassen sie vorstellen und auch Krankenhäuser Informationsmaterialien zu IGeL auslegen. 

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Welche IGeL sind besonders beliebt?

Laut "IGeL-Report 2018", einer Umfrage des IGeL-Monitors, sind die zehn am häufigsten angebotenen oder nachgefragten IGeL (ohne Zahn-IGeL):

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Bieten alle Praxen IGeL an?

Die Einstellung zu IGeL ist ganz unterschiedlich. Während manche Ärztinnen und Ärzte so intensiv igeln, dass auch die Ärzteverbände von "schwarzen Schafen" sprechen, spielen IGeL für andere wohl nur eine untergeordnete Rolle. Sie bieten einige wenige IGeL an, bewerben sie aber nicht aktiv. Manche betonen auf ihren Homepages sogar explizit, dass sie grundsätzlich keine IGeL anbieten. Ganz ohne Selbstzahlerleistungen kommen jedoch auch diese Ärztinnen und Ärzte nicht aus: Reiseimpfungen, Atteste und andere Leistungen, die nachgefragt werden, aber keine Kassenleistung sein dürfen, werden auch von ihnen erbracht.

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