Reisemedizinische Vorsorge

Wer sich vor einer Reise impfen lassen möchte, muss dies aus eigener Tasche bezahlen.

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IGeL-Info kompakt

IGeL-Steckbrief
Arztgruppe Allgemeinmedizin
Bereich Verschiedenes
Anlass

Vorsorge vor Infektionen und anderen Erkrankungen

Verfahren

Beratung und Betreuung, diverse Untersuchungen, Impfung

Kosten

Einzelimpfungen oder Beratung jeweils etwa 10 Euro, Gesamtpaket mit Beratung, verschiedenen Gesundheitschecks und Impfungen deutlich über 100 Euro

GKV-Leistung

Impfungen vor Privatreisen, wenn zum Schutz der öffentlichen Gesundheit ein besonderes Interesse besteht, die Einschleppung einer übertragbaren Krankheit zu verhindern

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Wir beschreiben diese IGeL zwar, fragen aber nicht nach Nutzen und Schaden einzelner Reiseimpfungen und anderer reisemedizinischer Vorsorgemaßnahmen. Die Leistungen sind per Gesetz aus der Leistungspflicht der GKV ausgeschlossen – unabhängig davon, wie sinnvoll einzelne Maßnahmen unter Umständen sein können.

Private Reisen, vor allem in tropische und subtropische Länder, können mit besonderen Gefahren für die Gesundheit verbunden sein. Mit diesen Gefahren beschäftigt sich die Reisemedizin, die Gesundheits-Untersuchungen zur Überprüfung der Reisetauglichkeit, Beratungen sowie Reiseimpfungen umfasst. Leistungen der Reisemedizin, wenn sie Privatreisen betreffen, sind immer IGeL.

Erstellt am: 16.01.2012
Letzte Aktualisierung:

Bild: maho/Fotolia

IGeL-Info ausführlich

IGeL-Steckbrief
Arztgruppe Allgemeinmedizin
Bereich Verschiedenes
Anlass

Vorsorge vor Infektionen und anderen Erkrankungen

Verfahren

Beratung und Betreuung, diverse Untersuchungen, Impfung

Kosten

Einzelimpfungen oder Beratung jeweils etwa 10 Euro, Gesamtpaket mit Beratung, verschiedenen Gesundheitschecks und Impfungen deutlich über 100 Euro

GKV-Leistung

Impfungen vor Privatreisen, wenn zum Schutz der öffentlichen Gesundheit ein besonderes Interesse besteht, die Einschleppung einer übertragbaren Krankheit zu verhindern

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IGeL

Wer in fremde Länder reist, setzt sich vielfältigen Gesundheitsgefahren aus. Mit diesen Gefahren befasst sich die so genannte Reisemedizin. Allgemeine Gesundheitschecks und Beratungen im Zusammenhang mit privaten Reisen sind ebenso IGeL wie Schutzimpfungen, es sei denn, dass im öffentlichen Interesse das Einschleppen einer Infektionskrankheit verhindert werden soll (§20d SGB-V). Gesetzliche Krankenkassen dürfen Reiseimpfungen als sogenannte Satzungsleistungen freiwillig übernehmen, was viele Kassen auch tun. Einzelne Impfungen oder Beratungen können jeweils etwa 10 Euro kosten, ein Gesamtpaket mit Beratung, verschiedenen Gesundheitschecks und Impfungen deutlich über 100 Euro. Sind mehrere Impfungen nötig, können die Kosten auch mehrere hundert Euro betragen.

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Gesundheitsproblem

Bei Urlaubsreisen in ferne Länder drohen laut Robert-Koch-Institut besondere Gefahren für die Gesundheit wie Infektionskrankheiten, Sonnenstich und Sonnenbrand, Herzkreislaufprobleme, Unfälle und Thrombosen. Vor allem Reisen in warme Länder führen häufig zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen: Befragungen von Reiserückkehrern ergaben, dass 75 Prozent der Reisenden über Beschwerden jedweder Art berichten, 20 bis 50 Prozent über stärkere Beschwerden, 5 Prozent über Arztbesuche während der Reise, und 0,4 Prozent von einem stationären Klinikaufenthalt.

Der häufigste Grund für Beschwerden sind Infektionskrankheiten, die überwiegend die Verdauung betreffen. Mit Malariaerregern infizieren sich rund zwei von hundert Reisenden (pro Reisemonat), mit den Erregern anderer Krankheiten etwas bis deutlich weniger.

Todesfälle kommen insgesamt selten vor (1 von 100.000 Reisenden). Am häufigsten sterben Reisende an einem Herzinfarkt, wobei das Risiko mit zunehmendem Alter und mit Vorerkrankungen rapide steigt. Etwa jeder vierte Urlaubstodesfall geht auf Unfälle im Straßenverkehr und beim Sport zurück. Obwohl sich Reisende häufig mit Viren, Bakterien und Parasiten anstecken, machen Infektionskrankheiten nur zwei von hundert Todesfällen aus.

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Methode

Beratungen sollen dem Reisenden helfen, Gesundheitsgefahren zu erkennen und zu umgehen. So kann eine konsequente Malariaprophylaxe effektiv vor der Krankheit schützen. Auch lassen sich Darmerkrankungen vermeiden, wenn man gewisse Regeln beim Essen und Trinken beherzigt.

Mit allgemeinen Gesundheitsuntersuchungen kann der Arzt abschätzen, ob Reisewillige den Strapazen gewachsen sein werden. Dies ist vor allem relevant bei Vorerkrankungen, hohem Alter und extremen klimatischen Bedingungen im Reiseland. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass jede Untersuchung auffällige Befunde ergeben kann, die – unabhängig vom Reisewunsch – weitere Untersuchungen und Therapien mit sich bringen kann.

Impfungen dienen dem Schutz vor einer Reihe von Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Gelbfieber, Hepatitis A und B, Typhus, Meningitis, Tollwut.

Reisemedizinische Beratungen werden von vielen niedergelassenen Ärzten und Gesundheitsämtern angeboten. Etwa 300 Ärzte in Deutschland sind speziell für Tropenmedizin qualifiziert.

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Empfehlungen anderer

Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) erstellt Leitlinien und bietet Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte an. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut gibt Empfehlungen zu Schutzimpfungen.

Insgesamt wird der Reisemedizin ein hoher Stellenwert für die Gesundheit beigemessen. So hält das Robert-Koch-Institut beispielsweise eine Malariaprophylaxe bei Reisen in gefährdete Gebiete für „unverzichtbar“ und beklagt, dass die drei Säulen der Infektionsprophylaxe, nämlich Impfschutz, Einhalten von Hygieneregeln und Malariaprophylaxe, von vielen Reisenden vernachlässigt werden. Auch käme die Aufklärung über sexuell übertragbare Krankheiten in der Reisemedizin zu kurz.

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Bewertung

Fazit

Wir beschreiben diese IGeL zwar, fragen aber nicht nach Nutzen und Schaden einzelner Reiseimpfungen und anderer reisemedizinischer Vorsorgemaßnahmen. Die Leistungen sind per Gesetz aus der Leistungspflicht der GKV ausgeschlossen – unabhängig davon, wie sinnvoll einzelne Maßnahmen unter Umständen sein können.

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Erstellt am: 16.01.2012
Letzte Aktualisierung:

Bild: maho/Fotolia

Merkblatt für das Praxisgespräch

Reisemedizinische Vorsorge

Erstellt am: 16.01.2012
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positiv: Unserer Ansicht nach wiegt der Nutzen der IGeL deutlich schwerer als ihr Schaden

tendenziell positiv: Unserer Ansicht nach wiegt der Nutzen der IGeL geringfügig schwerer als ihr Schaden

unklar: Unserer Ansicht nach sind Nutzen und Schaden der IGeL ausgewogen, oder wir finden keine ausreichenden Daten, um Nutzen und Schaden zu beurteilen

tendenziell negativ: Unserer Ansicht nach wiegt der Schaden der IGeL geringfügig schwerer als ihr Nutzen

negativ: Unserer Ansicht nach wiegt der Schaden der IGeL deutlich schwerer als ihr Nutzen

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