Versicherte

Welche Rolle spielen Versicherte im IGeL-Markt?

Versicherte sind die Zielgruppe, an die sich die IGeL-Angebote richten. Eine IGeL hat im Markt nur dann eine Chance, wenn ausreichend viele Versicherte bereit sind, die Kosten selbst zu tragen, oder wenn Krankenkassen die Kosten freiwillig übernehmen. Meist muss der Wunsch nach einer IGeL erst geweckt werden, sei es durch Medien, Werbung, Bekannte, Familie oder in der Praxis.

Hersteller und Kommunikationsagenturen betonen gerne, eine Praxis könne neue Patienten gewinnen, wenn sie attraktive IGeL anbiete. Tatsächlich scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein, wie das wissenschaftliche Institut der AOK (WidO) in einer Befragung von 2600 Versicherten im Jahr 2010 herausgefunden hat: Befragte, die finden, dass das IGeL-Angebot ihr Verhältnis zu ihrer Ärztin oder ihrem  Arzt beeinflusst, geben zu etwa 80 Prozent an, dass sich das Verhältnis verschlechtert.

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Welche Interessen verfolgen Versicherte?

Versicherte wollen gesund bleiben oder gesund werden. Dafür sind die meisten bereit, zusätzlich zu den Krankenkassenbeiträgen weitere Kosten selbst zu tragen. Wofür sie weitere Kosten übernehmen, entscheiden sie vermutlich nach ähnlichen Kriterien, wie sie auch für die Kassenleistungen gelten, die laut Gesetz ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein müssen.

Dass dennoch nur eine von fünf angebotenen oder nachgefragten IGeL abgelehnt werden (siehe IGeL-Report 2018), mag daran liegen, dass Versicherte normalerweise keinen Einblick in die fachlichen Diskussionen um den Nutzen von IGeL haben. Versicherte müssen sich weitgehend auf die Aussagen ihrer Ärztin oder ihres Arztes verlassen. Selbst wenn sie skeptisch sind, werden die wenigsten der ärztlichen Autorität widersprechen – manche wohl auch aus Angst, in Zukunft schlechter behandelt zu werden und spätere Termine zu bekommen.

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Wie sollten sich Versicherte verhalten, wenn ihnen IGeL angeboten werden?

Grundsätzlich sollten sich Versicherte in der Praxis ausreichend informieren lassen, bevor sie einer IGeL zustimmen: Sie sollten fragen, warum die IGeL für notwendig und die entsprechenden Kassenleistungen für nicht ausreichend gehalten werden, welche Vor- und Nachteile die IGeL hat und wie gut diese nachgewiesen sind, und schließlich, wie viel die IGeL kostet.

Versicherte sollten außerdem bedenken, dass IGeL – von ganz wenigen Spezialfällen wie einer Impfung vor einer bevorstehenden Auslandsreise abgesehen – nicht dringend sind, also normalerweise keine Notwendigkeit besteht, eine IGeL sofort in Anspruch zu nehmen. Nach Beratung und ausreichender Bedenkzeit muss dem Versicherten ein schriftlicher Vertrag vorgelegt werden. Ohne Vertrag ist der Versicherte nicht verpflichtet, die IGeL anschließend zu bezahlen.

Abgesehen vom Vertrag über die IGeL gibt es keinen Grund und erst recht keine Notwendigkeit, dass Versicherte weitere Erklärungen unterschreiben. So sollten Versicherte sich nicht nötigen lassen, zu unterschreiben, dass sie ein IGeL-Angebot ablehnen. Auch müssen sie nicht schriftlich mitteilen, ob sie grundsätzlich über IGeL informiert werden wollen oder nicht.

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Wie können sich Versicherte über IGeL informieren?

Jede Information kann hilfreich sein. Wichtig ist vor allem, dass sich Versicherte nicht nur auf die Aussagen ihrer Ärztin oder ihres Arztes verlassen, sondern weitere Informationen heranziehen. Allerdings sollten sie bedenken, dass es gerade für Laien oft sehr schwer ist, die Verlässlichkeit von Informationen richtig einzuschätzen.

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Wie unabhängig ist der IGeL-Monitor?

Wir vom Redaktionsteam des IGeL-Monitors bemühen uns, Sie über die von uns geprüften IGeL wissenschaftlich fundiert und neutral zu informieren. Damit Sie die Bewertungen der einzelnen IGeL nachvollziehen können, beschreiben wir detailliert unsere Vorgehensweise sowie die einzelnen Schritte, die zur Bewertung jeder IGeL führen. In der medizinisch-fachlichen Bewertung der einzelnen IGeL ist das Redaktionsteam unabhängig. Es besteht aber dennoch im weitesten Sinne ein Interessenkonflikt, da das Redaktionsteam beim Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) angestellt ist, der von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert wird.

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