Atteste und Gutachten

Nur wenn Atteste und Gutachten von Krankenkassen angefordert werden oder dem Krankheitsnachweis beim Arbeitgeber dienen, tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten.

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Je nach Umfang und Arbeitsaufwand unterschiedlich hoch

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Ärzte erstellen Atteste und Gutachten, in denen sie bestimmte Aspekte des Gesundheitszustandes eines Menschen bescheinigen beziehungsweise dokumentieren und dazu eine fachliche Aussage abgeben. Die Initiative kann dabei von dem Menschen selbst oder von Stellen wie Schulen, Versicherungen und Gerichten ausgehen. Nur wenn Atteste und Gutachten von Krankenkassen angefordert werden oder dem Krankheitsnachweis beim Arbeitgeber dienen, tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Ansonsten sind Atteste und Gutachten überwiegend IGeL.

Je nach Umfang und Arbeitsaufwand für die Ärzte sind auch die Kosten unterschiedlich hoch.

Erstellt am: 16.01.2012
Letzte Aktualisierung:

Bild: Kzenon/Fotolia

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IGeL

Ärztlicher Sachverstand wird nicht nur für die Diagnose und Behandlung von Krankheiten benötigt, sondern auch dann, wenn bestimmte Aspekte des Gesundheitszustands eines Menschen eingeschätzt und beurteilt werden sollen. In solchen Fällen kann ein Arzt als medizinischer Sachverständiger ein Attest oder ein Gutachten anfertigen. Dient das Attest beispielsweise dazu, die Arbeitsunfähigkeit eines gesetzlich versicherten Arbeitnehmers zu dokumentieren oder fordert die Krankenkasse eine Auskunft oder ein Gutachten, werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. In den meisten anderen Fällen sind Atteste und Gutachten IGeL. Welche Atteste und Gutachten genau ausgeschlossen sind, regelt der Bundesmantelvertrag zwischen gesetzlichen Kassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

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Gesundheitsproblem

Sofern eine Krankheit Grund dafür ist, beispielsweise an einer Prüfung oder gebuchten Reise nicht teilzunehmen, wird ein Attest ausreichend sein. Gleiches gilt zur Bescheinigung der Eignung beispielsweise für bestimmte Sportarten. Wenn es aber bei einer gesundheitlichen Schädigung oder Beeinträchtigung um finanzielle Entschädigungen geht, sind Gutachten erforderlich.

Für ein Attest bescheinigt ein Arzt den Gesundheitszustand eines Menschen und/oder die gesundheitliche Eignung für eine bestimmte Anforderung. In einem Attest muss nicht stehen, welche Krankheit der Patient hat. In folgenden Fällen kann ein Attest nötig sein:

  • Ein Arbeitgeber kann etwa ein Attest verlangen, wenn ein Mitarbeiter einen Job im Ausland annehmen möchte,
  • ein Optiker eine Unbedenklichkeitsbescheinigung eines Augenarztes, wenn er einer unter 16-jährigen Kontaktlinsen verkaufen soll,
  • eine Schule ein Attest, wenn trotz der Unterschrift der Eltern begründete Zweifel an der Krankheit eines Schülers bestehen,
  • eine Universität, wenn ein Studierender einen Prüfungstermin nicht wahrnehmen kann,
  • ein Kindergarten, der sichergehen möchte, dass ein Kind nicht mit einem bestimmten Erreger infiziert ist.

Abzugrenzen von einem Attest ist eine einfache Bescheinigung, beispielsweise dass ein Arzt aufgesucht wurde, die auch von medizinischen Fachangestellten des Arztes ausgestellt und unterschrieben werden kann.

In einem Gutachten beschreibt der Arzt mehr oder weniger ausführlich den Gesundheitszustand eines Menschen und zieht – je nach Zweck des Gutachtens – daraus eine Schlussfolgerung. Ein Gutachten kann in Form eines ausgefüllten Vordrucks oder aber in freier Form ausgefertigt sein, der gründliche Recherchen und Untersuchungen vorausgehen. In folgenden Beispielfällen kann ein Gutachten nötig sein: Eine Privatperson kann ein Alternativgutachten wünschen,

  • wenn sie mit der Feststellung einer Pflegebedürftigkeit oder Schwerbehinderung nicht einverstanden ist,
  • wenn sie Zweifel an der Angemessenheit und dem Erfolg einer ärztlichen Behandlung hat
  • oder wenn eine wichtige Entscheidung ansteht, für die der Gesundheitszustand eine Rolle spielt, etwa vor einer Unternehmensgründung
  • oder wenn eine Führerscheinstelle wissen möchte, ob eine Person trotz Erkrankung fahrtauglich ist.

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Methode

Für Atteste und Gutachten kann der Arzt entweder auf bereits vorhandene Untersuchungsergebnisse zurückgreifen oder er muss neue Untersuchungen durchführen. Der Arzt kann dafür alle Verfahren einsetzen, die ihm angemessen erscheinen, von der einfachen Inaugenscheinnahme über Labortests bis hin zur Magnetresonanztomographie.

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Empfehlungen anderer

Wir haben keine Leitlinien zum Erstellen von Attesten, aber mehrere Leitlinien zum Erstellen von Gutachten gefunden: Die S2-Leitlinien zur „Sozialmedizinischen Beurteilung der Leistungsfähigkeit …“ „… bei chronischen nicht-malignen Leber- und Gallenwegskrankheiten“, „… bei Bandscheiben- und bandscheibenassoziierten Erkrankungen“, „… bei chronischer obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) und Asthma bronchiale“ sowie „… bei koronarer Herzerkrankung (KHK)“. Die Leitlinien geben Empfehlungen zur jeweiligen rechtlichen Situation, zu den erforderlichen Untersuchungen sowie zum Aufbau und Inhalt der Gutachten.

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Bewertung

Fazit

Wir beschreiben diese IGeL zwar, aber wir ermitteln Nutzen und Schaden nicht, da Atteste und Gutachten dazu dienen, einen Gesundheitszustand festzustellen und zu dokumentieren und nicht dazu, ihn zu verbessern. Eine Kostenübernahme für Atteste und Gutachten ist, von bestimmten Ausnahmen abgesehen, per Gesetz aus dem Pflichtkatalog der gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen.

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Erstellt am: 16.01.2012
Letzte Aktualisierung:

Bild: Kzenon/Fotolia

Merkblatt für das Praxisgespräch

Atteste und Gutachten

Erstellt am: 16.01.2012
Letzte Aktualisierung:

Bild: Kzenon/Fotolia

positiv: Unserer Ansicht nach wiegt der Nutzen der IGeL deutlich schwerer als ihr Schaden

tendenziell positiv: Unserer Ansicht nach wiegt der Nutzen der IGeL geringfügig schwerer als ihr Schaden

unklar: Unserer Ansicht nach sind Nutzen und Schaden der IGeL ausgewogen, oder wir finden keine ausreichenden Daten, um Nutzen und Schaden zu beurteilen

tendenziell negativ: Unserer Ansicht nach wiegt der Schaden der IGeL geringfügig schwerer als ihr Nutzen

negativ: Unserer Ansicht nach wiegt der Schaden der IGeL deutlich schwerer als ihr Nutzen

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