Sport-Check

Freiwillige Sport-Checks dürfen nicht von den gesetzlichen bezahlt werden. 

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Arztgruppen Allgemeinmedizin, Chirurgie/Orthopädie, Innere Medizin, diverse Fachgebiete
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Diverse Beschwerden, Interesse, Notwendigkeit

Verfahren

Diverses

Kosten

Je nach Ausführlichkeit mit Lungentest, EKG und Blutbild ab 70 Euro

GKV-Leistung

Untersuchungen, die teilweise auch als Sportuntersuchungen angeboten werden, im Rahmen des Check-up 35 für eine allgemeine Früherkennungsuntersuchung

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Wir beschreiben diese IGeL zwar, fragen aber nicht nach Nutzen und Schaden einzelner Untersuchungen im Rahmen eines Sport-Checks. Freiwillige Sport-Checks gehören nicht zum Pflichtkatalog der gesetzlichen Krankenkassen – unabhängig davon, wie sinnvoll diese Maßnahmen unter Umständen sein können.

Bewegung und Sport erhöhen die Fitness und beugen manchen Krankheiten vor. Dennoch kommt es beim Sport immer wieder zu Überlastungen und Verletzungen bis hin zu plötzlichen Todesfällen. Vorsorgeuntersuchungen sollen dazu dienen, diese Gefahren besser einschätzen und vermeiden zu können. So ein freiwilliger „Sport-Check“ ist keine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen, sondern immer eine IGeL. Allerdings kann es mit dem allgemeinen Check-up 35, der Kassenleistung ist, zu Überschneidungen kommen. Diese GKV-Leistungen müssen dann nicht vom Patienten bezahlt werden.

Erstellt am: 16.01.2012
Letzte Aktualisierung:

Bild: rocketclips/Fotolia

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IGeL

Wer Sport treiben möchte, sei es im Verein oder privat, setzt sich damit auch gewissen Gesundheitsgefahren aus. Vereine verlangen deshalb unter Umständen ein Attest, das die Sporttauglichkeit bescheinigt. Aber auch manche Freizeitsportler möchten gerne wissen, ob eine bestimmte Sportart für sie geeignet ist und wo ihre Belastungsgrenzen liegen. Solche freiwilligen Untersuchungen sind IGeL. Teilweise werden entsprechende Tests zur Früherkennung von Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie von Diabetes auch auf Kosten der GKV im Rahmen des Check-up 35 angeboten. Vor einem Alter von 35 und öfter als vorgesehen sind diese Leistungen jedoch ebenso IGeL wie Sportuntersuchungen, die über den Check-up 35 hinausgehen. Je nach Ausführlichkeit kann ein Sport-Check mit Lungentest, EKG und Blutbild ab 70 Euro kosten.

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Gesundheitsproblem

Sport kann die Gesundheit nicht nur fördern, sondern sie auch gefährden. Es kann dabei zu vielfältigen Problemen kommen, vom Muskelkater über Verletzungen, Gelenk- und Herzkreislaufbeschwerden bis hin zu plötzlichen Todesfällen. Die häufigsten Gesundheitsprobleme treten durch Verletzungen, Prellungen, Stauchungen, Bänderdehnungen und -risse sowie Verrenkungen und Knochenbrüche auf. Die meisten Verletzungen geschehen beim Ballsport. Die häufigsten Ursachen für Todesfälle beim Sport überhaupt sind nicht erkannte Herzschwächen.

Gerade ungewohnte oder extreme Belastungen bergen Gefahren. Deshalb raten Sportmediziner allen sportlich aktiven Menschen, sich durchchecken zu lassen, am besten, bevor sie mit dem Sport beginnen, aber auch danach in regelmäßigen Abständen. Der Check soll umso umfangreicher ausfallen, je älter, untrainierter oder ambitionierter jemand ist.

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Methode

Zur Vorsorgeuntersuchung beim Sport bieten Ärzte, von denen manche die Zusatzbezeichnung „Sportmediziner“ erworben haben, neben einem Abfragen von Lebensumständen und Vorerkrankungen verschiedene Tests an, die einerseits die Leistungsfähigkeit des Patienten abklären und andererseits frühzeitig bislang verborgene Schwächen entdecken sollen. Diese Tests umfassen häufig eine Messung der Lungenfunktion, ein Belastungs-EKG, eine Blutuntersuchung und vieles mehr bis hin zur Videoanalyse von Bewegungsabläufen.

Die häufigsten Gesundheitsprobleme beim Sport, die Verletzungen, lassen sich damit jedoch kaum verhindern. Sie sind eher abhängig vom Temperament und der Umsicht des Sportlers sowie von Schutzmaßnahmen wie Helm, Schienbeinschonern und ähnlichem. Auch kommt es immer wieder zu Todesfällen von Leistungssportlern, die medizinisch eng überwacht werden. Die Sport-Untersuchungen können also auch Schwächen des Organismus übersehen. Grundsätzlich trifft auch auf Sportuntersuchungen zu, was für alle Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen gilt: Es besteht die Gefahr, dass auffällige Befunde auf tatsächliche Gesundheitsrisiken hinweisen, die vielleicht behandelt werden, die jedoch auch unbehandelt niemals zu einem Problem geworden wären. Es ist auch denkbar, dass jemand aufgrund eines auffälligen Befundes auf Sport verzichtet, obwohl ihm der Sport Spaß gemacht und unter dem Strich gesundheitlich genützt hätte.

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Empfehlungen anderer

Die deutsche Gesellschaft für Sportmedizin rät jedem, der Sport treibt, zu sportmedizinischen Untersuchungen, unter den Hobbysportlern vor allem Wieder- und Neueinsteigern sowie Leistungssportlern. Diese Empfehlung ist in einer S1-Leitlinie formuliert, die sich kaum auf belastbare Studien stützen kann.

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Bewertung

Fazit

Wir beschreiben diese IGeL zwar, fragen aber nicht nach Nutzen und Schaden einzelner Untersuchungen im Rahmen eines Sport-Checks. Freiwillige Sport-Checks gehören nicht zum Pflichtkatalog der gesetzlichen Krankenkassen – unabhängig davon, wie sinnvoll diese Maßnahmen unter Umständen sein können.

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Erstellt am: 16.01.2012
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Merkblatt für das Praxisgespräch

Sport-Check

Erstellt am: 16.01.2012
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positiv: Unserer Ansicht nach wiegt der Nutzen der IGeL deutlich schwerer als ihr Schaden

tendenziell positiv: Unserer Ansicht nach wiegt der Nutzen der IGeL geringfügig schwerer als ihr Schaden

unklar: Unserer Ansicht nach sind Nutzen und Schaden der IGeL ausgewogen, oder wir finden keine ausreichenden Daten, um Nutzen und Schaden zu beurteilen

tendenziell negativ: Unserer Ansicht nach wiegt der Schaden der IGeL geringfügig schwerer als ihr Nutzen

negativ: Unserer Ansicht nach wiegt der Schaden der IGeL deutlich schwerer als ihr Nutzen

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