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Unsere Tipps für den Umgang mit IGeL-Angeboten.
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Kann es Schmerzen lindern, wenn Kalkablagerungen in der Schulter mit Stoßwellen behandelt werden?
Bild: Dan Race/Shutterstock| Fachgebiet | Chirurgie/Orthopädie |
|---|---|
| Bereich | Bewegung |
| Anlass | Schmerzen in der Schulter |
| Verfahren | Behandlung mit Stoßwellen |
| Kosten | zwischen etwa 120 und 620 Euro |
| GKV-Leistung | Physiotherapie, Schmerzmittel (Tabletten, Spritzen), operative Eingriffe zur Entfernung von Kalkablagerungen |
Wir bewerten die IGeL „Stoßwellentherapie der Kalkschulter“ mit „unklar“.
Wenn unsere Schultern schmerzen oder unbeweglich werden, sind viele alltägliche Tätigkeiten stark eingeschränkt. Die Schultern sind die beweglichsten Gelenke unseres Körpers. Als Kugelgelenk ermöglichen sie das Bewegen und Drehen der Arme in alle Richtungen oder das Anheben und Tragen von Gegenständen. Das Schultergelenk verbindet Schulterblatt und Oberarmknochen; die Gelenkkörper heißen Schulterpfanne und Schulterkopf. Die flache Schulterpfanne ermöglicht die große Bewegungsfreiheit der Schulter – sie bietet dem Schulterkopf aber wenig Halt. Für Stabilität sorgt stattdessen eine Gruppe von Muskeln und Sehnen, die den Schulterkopf wie eine Manschette umgreift, die sogenannte Rotatorenmanschette. Die Kombination von hoher Beweglichkeit, geringer knöcherner Stabilisierung und komplexem Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Knochen macht die Schultergelenke anfällig für Erkrankungen. Die Kalkschulter ist eine schmerzhafte Erkrankung im Schultergelenk, die durch Kalkablagerungen an den Sehnen der Rotatorenmanschette verursacht wird.
Man schätzt, dass in Deutschland bis zu jede zehnte Person – vor allem im Alter zwischen 30 und 65 Jahren – eine Kalkschulter hat. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen bei Beschwerden wegen einer Kalkschulter schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente als Tabletten oder Spritzen sowie Physiotherapie. In hartnäckigen Fällen kommen auch operative Eingriffe zur Entfernung von Kalkablagerungen in Frage.
Darüber hinaus bieten orthopädische Praxen IGeL an. Dazu gehören die fokussierte und die radiale extrakorporale Stoßwellentherapie. Die Behandlung besteht meist aus einer körperlichen Untersuchung, einer Beratung und einem Behandlungszyklus, der in beiden Varianten mehrere Anwendungen umfasst und kostet bei der fokussierten Stoßwellentherapie etwa 620 Euro, bei der radialen Stoßwellentherapie etwa 120 Euro.
Das wissenschaftliche Team des IGeL-Monitors wollte wissen, ob die extrakorporale Stoßwellentherapie die Beschwerden von Personen mit Kalkschulter lindern kann. In einer umfassenden Suche und Auswertung wissenschaftlicher Studien haben wir keinen Nutzen dieser IGeL gefunden. Außerdem wollten wir wissen, ob die Stoßwellentherapie schadet – auch Hinweise auf einen Schaden haben wir nicht gefunden.
Kein Nutzen , kein Schaden – somit lautet unsere zusammenfassende Bewertung: „unklar“.
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Bild: Dan Race/Shutterstock
https://www.igel-monitor.de/igel-a-z/igel/show/stosswellentherapie-der-kalkschulter.html
| Fachgebiet | Chirurgie/Orthopädie |
|---|---|
| Bereich | Bewegung |
| Anlass | Schmerzen in der Schulter |
| Verfahren | Behandlung mit Stoßwellen |
| Kosten | zwischen etwa 120 und 620 Euro |
| GKV-Leistung | Physiotherapie, Schmerzmittel (Tabletten, Spritzen), operative Eingriffe zur Entfernung von Kalkablagerungen |
Wenn unsere Schultern schmerzen oder unbeweglich werden, sind viele alltägliche Tätigkeiten stark eingeschränkt. Die Schultern sind die beweglichsten Gelenke unseres Körpers. Als Kugelgelenk ermöglichen sie das Bewegen und Drehen der Arme in alle Richtungen oder das Anheben und Tragen von Gegenständen. Das Schultergelenk verbindet Schulterblatt und Oberarmknochen; die Gelenkkörper heißen Schulterpfanne und Schulterkopf. Die flache Gelenkpfanne ermöglicht die große Bewegungsfreiheit der Schulter – sie bietet dem Schulterkopf aber wenig Halt. Für Stabilität sorgt stattdessen eine Gruppe von Muskeln und Sehnen, die den Schulterkopf wie eine Manschette umgreift, die sogenannte Rotatorenmanschette. Die Kombination von hoher Beweglichkeit, geringer knöcherner Stabilisierung und komplexem Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Knochen macht die Schultergelenke anfällig für Erkrankungen. Die Kalkschulter ist eine schmerzhafte Erkrankung im Schultergelenk, die durch Kalkablagerungen in den Ansatzsehnen der Rotatorenmanschette verursacht wird.
Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen verschiedene Behandlungen, um bei Patientinnen und Patienten mit Kalkschulter vor allem Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Sie umfassen schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente als Tabletten oder Spritzen, insbesondere Nicht-Steroidale Anti-Rheumatika (NSAR) oder Kortison-Injektionen ins Schultergelenk, außerdem Physiotherapie. In hartnäckigen Fällen kommen auch operative Eingriffe zur Entfernung von Kalkablagerungen in Frage.
Orthopädische Praxen bieten aber auch die Stoßwellentherapie als Individuelle Gesundheitsleistungen an, die bei Beschwerden wegen einer Kalkschulter nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Die übliche Abkürzung für diese Behandlung ist „ESWT“. Es gibt sie in den Varianten fokussierte Stoßwellentherapie und radiale Stoßwellentherapie. Die Behandlungen können je nach Technologie bis zu fünf Sitzungen im Abstand von zwei bis vier Wochen umfassen, durchschnittlich finden drei Anwendungen statt. Die Kosten für drei Anwendungen und mindestens eine zusätzliche Beratung und eine körperliche Untersuchung vor Behandlungsbeginn liegen bei der fokussierten Stoßwellentherapie bei etwa 620 Euro, bei der radialen Stoßwellentherapie bei etwa 120 Euro.
Der medizinische Begriff für die Kalkschulter ist „Tendinosis calcarea“. Von einer Kalkschulter spricht man, wenn sich an den Sehnen im Schultergelenk Kalkablagerungen bilden. In der gesunden Schulter gleiten die Sehnen, die die Muskeln mit den Knochen verbinden, reibungslos im engen Raum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf. Das ermöglicht – schmerzfreie – Bewegungen in alle Richtungen. Kalkablagerungen können den ohnehin engen Raum im Schultergelenk weiter einengen und dadurch die Sehnen reizen und sogar entzünden.
Die genauen Ursachen für Kalkablagerungen sind noch nicht vollständig geklärt. Sie bilden sich, wenn der Stoffwechsel im Schultergewebe gestört ist. Über- und Fehlbelastungen der Schulter können ebenso Auslöser dafür sein wie Verletzungen oder Durchblutungsstörungen. Diese Ablagerungen entstehen nicht von heute auf morgen, sondern über einen längeren Zeitraum. Manchmal verursachen sie erst nach Jahren Beschwerden oder werden nur zufällig bei einer Röntgenaufnahme entdeckt. Wenn der Körper die Kalkablagerungen als Fremdkörper erkennt, beginnt er, sie abzubauen. Dabei kommt es typischerweise zu schmerzhaften Entzündungen, die auch die Beweglichkeit der Schulter einschränken – als Begleiterscheinungen des Kalkabbaus. Danach heilt die Sehne, es bildet sich neues Gewebe, wobei allerdings Narben zurückbleiben können, und die Beschwerden lassen nach.
Man schätzt, dass in Deutschland bis zu jede zehnte Person – vor allem im Alter zwischen 30 und 65 Jahren – eine Kalkschulter hat. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
Orthopädische Praxen in Deutschland bieten Patientinnen und Patienten mit Beschwerden wegen einer Kalkschulter die Stoßwellentherapie als IGeL an. Die Stoßwellentherapie ist ein Verfahren, bei dem mit einem Schallkopf Schallwellen mit mehr oder weniger Druck von außen (extrakorporal) durch die Haut auf das zu behandelnde Gewebe übertragen werden.
Es gibt unterschiedliche Arten dieser Behandlungsmethode: die fokussierte und die radiale extrakorporale Stoßwellentherapie. Bei der fokussierten Stoßwellentherapie werden Schallwellen durch elektrische Energie erzeugt, gebündelt und gezielt – also fokussiert – auf einen Punkt im Körper gelenkt. Wegen des hohen fokussierten Drucks gelangen die Schallwellen tief in das Gewebe.
Im Unterschied dazu werden radiale Stoßwellen durch Druckluft erzeugt, die sich strahlenförmig (radial) ausbreiten. Der Druck ist schwächer als bei der fokussierten Stoßwellentherapie und die Wellen dringen nicht so tief in das Gewebe ein.
Die Auswirkung der Stoßwellentherapie ist davon abhängig, wie viel Energie eingesetzt wird. Das kann die Ärztin oder der Arzt in der Behandlung in einem gewissen Rahmen variieren. Je nach Dosis kann die Behandlung schmerzhaft sein. Nach Bedarf kann auch eine örtliche Betäubung gegeben werden. In diesem Fall kommen zu der Behandlung Risiken hinzu, die die örtliche Betäubung mit sich bringt. Durchschnittlich finden drei Anwendungen im Abstand von ein bis zwei Wochen statt. Es können aber auch bis zu 5 Anwendungen innerhalb eines Behandlungszyklus angesetzt werden.
Die deutsche S2e- Leitlinie „Subacromiales Impingement“ enthält Therapie-Empfehlungen bei Verengungen im Schultergelenk, die zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen, unter anderem bei der Kalkschulter. Diese Leitlinie erwähnt die Stoßwellentherapie nicht. Eine aktuelle und evidenzbasierte Leitlinie aus dem Vereinigten Königreich (UK) sieht weder Nutzen noch Schaden der Stoßwellentherapie und empfiehlt diese Behandlung nicht in der Praxis anzuwenden, sondern fordert Forschungsprojekte, die in der Zukunft klare und verlässliche Ergebnisse liefern.
Diese IGeL soll bei Patientinnen und Patienten mit Kalkschulter die Kalkablagerungen an den Sehnen im Schultergelenk auflösen, dadurch Heilungsprozesse auslösen, Schmerzen lindern und die Beweglichkeit der Schulter verbessern.
Ergebnis der systematischen Recherche
Das wissenschaftliche Team des IGeL-Monitors hat in der Forschungsliteratur nach Übersichtsarbeiten und zusätzlichen Einzelstudien gesucht, die die Frage nach dem Nutzen und Schaden der fokussierten und der radialen Stoßwellentherapie bei Kalkschulter im Vergleich zu keiner Behandlung, einer vorgetäuschten Behandlung oder einer Standardbehandlung wie Schmerzmedikation oder Physiotherapie untersucht haben. Für die Beurteilung des Nutzens wollten wir wissen, ob die Behandlung Schmerzen verringern und die Beweglichkeit der Schulter verbessern kann. Für die Beurteilung des Schadens wollten wir herausfinden, ob unerwünschte Nebenwirkungen mit der Stoßwellentherapie einhergehen.
Unsere Bewertung beruht auf der umfassenden Übersichtsarbeit hoher Vertrauenswürdigkeit von Surace et al. 2020 sowie auf zwei aktuellen Publikationen zu Einzelstudien von Kvalvaag et al. 2018 und Fatima et al. 2022.
Surace et al. 2020 haben die verschiedenen Arten der Stoßwellentherapie mit einer vorgetäuschten Behandlung, keiner Behandlung und als zusätzliche Behandlung zur Physiotherapie verglichen. Dazu haben sie zur Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit Ergebnisse aus sieben Studien mit insgesamt zwischen 40 und 260 Patientinnen und Patienten pro Vergleich und Zielkriterium berichtet. Zur Beurteilung des Schadens risikos haben sie zum einen unerwünschte Ereignisse und zum anderen Studienabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse untersucht, wenn also Personen ihre Teilnahme an der laufenden Studie wegen der Nebenwirkungen beendet haben. Dafür haben sie bis zu sieben Studien mit bis zu 600 Patientinnen und Patienten zusammengefasst. Die zusätzlich zur Übersichtsarbeit berücksichtigte Einzelstudie Fatima et al. 2022 hat für den Vergleich Stoßwellentherapie als zusätzliche Behandlung zur Physiotherapie 40 Patientinnen und Patienten ausgewertet. In der Publikation Kvalvaag et al. 2018 wurde die Anzahl der behandelten Personen nicht angegeben; hier ging es um den Vergleich der Stoßwellentherapie gegen eine vorgetäuschte Behandlung.
Die Stoßwellentherapie wäre nützlich, wenn sie Schmerzen in der Schulter lindern und die Beweglichkeit verbessern könnte. Die zusammengefassten Studien zeigen keinen Vorteil der Stoßwellentherapie: weil die Stoßwellentherapie in den Studien verschieden angewendet wurde, weil die Wirkungen der Behandlung uneinheitlich gemessen wurden und schließlich, weil die Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Zudem lässt die Qualität der Ergebnisse aus den zusammengefassten Studien zu wünschen übrig – sie wurde als „niedrig bis moderat“ beurteilt.
Wir sehen keine Hinweise auf einen Nutzen .
Die Stoßwellentherapie wäre schädlich, wenn sie unerwünschte Nebenwirkungen hätte und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten beeinträchtigen würde. Die ausgewerteten Studien zeigen, dass die Stoßwellentherapie schmerzhaft sein und vorübergehend zu Rötungen und Blutergüssen führen kann. Sie scheint aber nicht mit schwerwiegenden Nebenwirkungen einherzugehen. Die Qualität der Ergebnisse aus den zusammengefassten Studien wurde als „niedrig“ beurteilt.
Wir sehen keine Hinweise auf einen Schaden.
Wir bewerten die IGeL „Stoßwellentherapie der Kalkschulter“ mit „unklar“.
Wir sehen für diese als IGeL angebotene Leistung weder einen Nutzen noch ein erhöhtes Schadens risiko. Diese Einschätzung stützt sich auf die Ergebnisse der als Leitreview herangezogenen methodisch hochwertigen systematischen Übersichtsarbeit Surace et al. 2020 sowie zwei Publikationen zu den Studien Kvalvaag et al. 2018 und Fatima et al. 2022.
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https://www.igel-monitor.de/igel-a-z/igel/show/stosswellentherapie-der-kalkschulter.html
Stoßwellentherapie beim Tennisarm
Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz
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Erklärung der Bewertung: positiv: Unserer Ansicht nach wiegt der Nutzen der IGeL deutlich schwerer als ihr Schaden
Erklärung der Bewertung: tendenziell positiv: Unserer Ansicht nach wiegt der Nutzen der IGeL geringfügig schwerer als ihr Schaden
Erklärung der Bewertung: unklar: Unserer Ansicht nach sind Nutzen und Schaden der IGeL ausgewogen, oder wir finden keine ausreichenden Daten, um Nutzen und Schaden zu beurteilen
Erklärung der Bewertung: tendenziell negativ: Unserer Ansicht nach wiegt der Schaden der IGeL geringfügig schwerer als ihr Nutzen
Erklärung der Bewertung: negativ: Unserer Ansicht nach wiegt der Schaden der IGeL deutlich schwerer als ihr Nutzen
Erklärung der Bewertung:
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Der Begriff „Evidenz“ im Kontext der evidenzbasierten Medizin leitet
sich vom englischen Wort „evidence“ (Nachweis, Beweis) ab und bezieht
sich auf die Informationen aus klinischen Studien, die einen Sachverhalt
erhärten oder widerlegen.
"Im „Evidenzbericht“ dokumentieren wir unsere Recherche zu Wirksamkeit beziehungsweise Treffsicherheit sowie zu Nutzen und Schaden einer IGeL. Der Evidenzbericht beinhaltet auch die Bewertung nach den Standards des IGeL-Monitors.
In älteren Bewertungen haben wir die Begriffe Ergebnisbericht und Evidenzsynthese verwendet.
„GKV“ steht für die Gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland. Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Gehalt eine bestimmte Obergrenze nicht überschreitet, müssen sich in ihr versichern
"Eine „Leitlinie“ ist eine unverbindliche Handlungsanweisung für Ärztinnen und Ärzte, zum Teil auch für Patientinnen und Patienten. Man unterscheidet je nach wissenschaftlichem Aufwand S1-, S2- und S3-Leitlinien. Das Erstellen von Leitlinien wird von den medizinischen Fachgesellschaften organisiert.
"Der Medizinische Dienst Bund betreibt den IGeL-Monitor. Er wurde zum 1. Januar 2022 als Nachfolger des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) errichtet und ist eine medizinische und pflegefachliche Expertenorganisation in der Trägerschaft der 15 Medizinischen Dienste in den Ländern.
"Eine „Nebenwirkung“ ist laut Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte (BfArM) „ein unerwünschtes Ereignis, bei dem ein
Zusammenhang zwischen der aufgetretenen Nebenwirkung und einem oder
mehreren angewendeten Arzneimittel/n von einer oder einem Angehörigen eines
Gesundheitsberufes vermutet wird, Anhaltspunkte, Hinweise oder Argumente
vorliegen, die eine Beteiligung des/der Arzneimittel für das Auftreten
der Nebenwirkung plausibel erscheinen lassen oder zumindest eine
Beteiligung der/des angewendeten Arzneimittel/s daran angenommen wird.“
"Eine „Nebenwirkung“ ist laut Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte (BfArM) „ein unerwünschtes Ereignis, bei dem ein
Zusammenhang zwischen der aufgetretenen Nebenwirkung und einem oder
mehreren angewendeten Arzneimittel/n von einer oder einem Angehörigen eines
Gesundheitsberufes vermutet wird, Anhaltspunkte, Hinweise oder Argumente
vorliegen, die eine Beteiligung des/der Arzneimittel für das Auftreten
der Nebenwirkung plausibel erscheinen lassen oder zumindest eine
Beteiligung der/des angewendeten Arzneimittel/s daran angenommen wird.“
"Mit „Nutzen“ ist gemeint, ob und wie sehr ein Test oder eine
Behandlungsmethode Patientinnen und Patienten nützt, indem etwa ihre Lebensqualität erhöht oder ihr Leben verlängert wird. Wir unterscheiden
„geringen“ und „erheblichen“ Nutzen, wobei sowohl Größe als auch
Häufigkeit des Nutzens berücksichtigt werden.
"Mit „Nutzen“ ist gemeint, ob und wie sehr ein Test oder eine
Behandlungsmethode Patientinnen und Patienten nützt, indem etwa ihre Lebensqualität erhöht oder ihr Leben verlängert wird. Wir unterscheiden
„geringen“ und „erheblichen“ Nutzen, wobei sowohl Größe als auch
Häufigkeit des Nutzens berücksichtigt werden.
"Mit „Schaden“ ist gemeint, ob und wie sehr eine Untersuchung oder eine Behandlung Patientinnen und Patienten schadet, indem etwa ihre Lebensqualität verringert oder ihr Leben verkürzt wird. Wir unterscheiden „geringen“ und „erheblichen“ Schaden, wobei dabei sowohl Größe als auch Häufigkeit des Schadens berücksichtigt werden. Bei Vorsorge-, Früherkennungsuntersuchungen und invasiven Behandlungen gehen wir auch ohne Studien grundsätzlich von „Hinweisen auf einen geringen Schaden“ aus.
"Mit „Schaden“ ist gemeint, ob und wie sehr eine Untersuchung oder eine Behandlung Patientinnen und Patienten schadet, indem etwa ihre Lebensqualität verringert oder ihr Leben verkürzt wird. Wir unterscheiden „geringen“ und „erheblichen“ Schaden, wobei dabei sowohl Größe als auch Häufigkeit des Schadens berücksichtigt werden. Bei Vorsorge-, Früherkennungsuntersuchungen und invasiven Behandlungen gehen wir auch ohne Studien grundsätzlich von „Hinweisen auf einen geringen Schaden“ aus.
"Mit „Schaden“ ist gemeint, ob und wie sehr eine Untersuchung oder eine Behandlung Patientinnen und Patienten schadet, indem etwa ihre Lebensqualität verringert oder ihr Leben verkürzt wird. Wir unterscheiden „geringen“ und „erheblichen“ Schaden, wobei dabei sowohl Größe als auch Häufigkeit des Schadens berücksichtigt werden. Bei Vorsorge-, Früherkennungsuntersuchungen und invasiven Behandlungen gehen wir auch ohne Studien grundsätzlich von „Hinweisen auf einen geringen Schaden“ aus.
"Eine „Studie“ ist eine wissenschaftliche Untersuchung. Eine klinische Studie testet die Wirksamkeit von medizinischen Verfahren oder Medikamenten an Patientinnen und Patienten. Studien durchlaufen verschiedene Phasen und und kommen in unterschiedlichen Qualitätsstufen vor. Die höchste Qualität und damit Aussagekraft wird einer Studie zugesprochen, bei der die Studienteilnehmenden zufällig auf zwei Gruppen verteilt werden, von denen die eine mit dem Verfahren untersucht oder behandelt wird und die andere als Kontrolle dient. Diese Studien nennt man „randomisierte kontrollierte Studien„ oder kurz RCT.
"Eine „Studie“ ist eine wissenschaftliche Untersuchung. Eine klinische Studie testet die Wirksamkeit von medizinischen Verfahren oder Medikamenten an Patientinnen und Patienten. Studien durchlaufen verschiedene Phasen und und kommen in unterschiedlichen Qualitätsstufen vor. Die höchste Qualität und damit Aussagekraft wird einer Studie zugesprochen, bei der die Studienteilnehmenden zufällig auf zwei Gruppen verteilt werden, von denen die eine mit dem Verfahren untersucht oder behandelt wird und die andere als Kontrolle dient. Diese Studien nennt man „randomisierte kontrollierte Studien„ oder kurz RCT.
"Eine „Übersichtsarbeit“ wird auch als „Review“ bezeichnet. Unterschieden werden unsystematische Reviews, die mehrere Originalartikel meist über klinische Studien zitieren, und systematische Reviews, die transparent darlegen, wie sie Artikel gesucht haben und wie sie die einzelnen Artikel bewerten. Systematische Reviews können sehr hilfreich sein, weil sie den bestmöglichen Überblick über die Studienlage geben.
"Eine „Übersichtsarbeit“ wird auch als „Review“ bezeichnet. Unterschieden werden unsystematische Reviews, die mehrere Originalartikel meist über klinische Studien zitieren, und systematische Reviews, die transparent darlegen, wie sie Artikel gesucht haben und wie sie die einzelnen Artikel bewerten. Systematische Reviews können sehr hilfreich sein, weil sie den bestmöglichen Überblick über die Studienlage geben.
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